Gemeinde Mühlenbecker Land

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Wirbel um die Kitas

Artikel vom 12.04.2019

Im Sozialausschuss diskutierten Mittwoch die Ausschussmitglieder über einen „Offenen Brief“ an die Verwaltung. Die stellvertretende Bürgermeisterin rückte einige Zahlen und Fakten in ein anderes Licht.

Das Mühlenbecker Land war eine der ersten Gemeinden, die den Kita-Elternbeirat als offizielles, politisch neutrales Gremium anerkannten. Engagierte Eltern können mit Energie und frischen Ideen viel bewirken, was im Endeffekt allen Bürgern zugutekommt. Daher räumte die Gemeinde dem Kita-Elternbeirat sogar einen Sitz und ein Mitsprachrecht im Sozialausschuss der Gemeinde ein.

Ein „Offener Brief“ des Kita-Elternbeirates an die Gemeindeverwaltung, namentlich an den Bürgermeister, seine erste Stellvertreterin sowie an die Fachdienstleiterin des Kitabereichs gerichtet, sorgte nun für Wirbel. In einer zweiten Stellungnahme wenige Tage später entschuldigten sich Autoren für den „zu harschen Ton“ und betonten noch einmal, ihre Absicht sei ausschließlich „inhaltlich getrieben“.

Zahlen, Daten, Fakten

Gleich zu Beginn der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch, 11. April, brachte die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Bonk die Sprache auf den „Offenen Brief“. Zu den persönlichen Angriffen wolle sie sich nicht äußern, so Bonk, lediglich die genannten Zahlen und Fakten aus Sicht der Verwaltung darstellen.

Nach den angezeigten Diebstählen zweiter Handys und eines 5-Euro-Scheins vom September 2018 war die Verwaltung sehr wohl tätig geworden: Alle Kitas haben abschließbare Fächer für Wertsachen, die Angestellten wurden wiederholt gebeten, diese auch zu nutzen. Darüber hinaus wird die betroffenen Kita „Raupe Nimmersatt“ seither ab 9 Uhr verschlossen, sodass ein Zugang nur noch per Klingel möglich ist. Gemeinsam mit den Leitungen hatte die Verwaltung entschieden, dass darüberhinausgehende Maßnahmen den Kitabetrieb unzumutbar einschränken würden.

Krankheiten und Notfälle

Des Weiteren wies Frau Bonk darauf hin, dass die genannten Zahlen zum Krankenstand in den Einrichtungen nicht den Zahlen der Verwaltung entsprächen. Demnach fehlten vom 1. zum 5. April in der Kita „Schneckenhaus“ statt 5 nur 4 Erzieher sowie in der Kita „Am Schlosspark“ statt wie geschrieben 8 tatsächlich nur 5 der 15 MitarbeiterInnen. In den übrigen benannten Kitas „Spatzenhaus“, „An der Heidekrautbahn“ und „Koboldhaus“ war jeweils sogar nur eine einzige Person krankgemeldet, sodass sich die Einrichtungen gegenseitig gut aushelfen konnten.

Zudem gibt es in allen Kitas und Horten zusammen aktuell nur eine einzige Kollegin, die langzeiterkrankt ist. Diese wird nach einer OP in den kommenden Wochen schrittweise wieder ihren Dienst aufnehmen. Weitere acht ErzieherInnen wird die Verwaltung bis zum Start des nächsten Kitajahres im August neu einstellen.

Aktuell arbeitet die Gemeinde auch an einem Notfallplan für alle Einrichtungen. Die Kita- und Hortleitungen hatten im Februar entschieden, dass sie – in Rücksprache mit ihren Teams vor Ort – für jede Einrichtung einen individuellen Stufenplan erstellen wollen. Dieser Prozess dauert noch an. Sobald die Einzelpläne vorliegen, werden sie zu einem gemeinsamen Konzept zusammengeführt.

An dieser Stelle noch ein Hinweis: Auch die sogenannten „Mitarbeiter in Ausbildung“ sind dazu qualifiziert, eine Kindergruppe zeitweise allein zu betreuen: Sie haben einen Arbeitsvertrag als gleichwertige Mitarbeiter und lediglich eine reduzierte Stundenzahl, da sie sich berufsbegleitend weiterqualifizieren.

Sauberkeit und Hygiene

Die Reinigung in den Kitas und Horten der Gemeinde wurde im vergangenen Jahr für einen Großteil der Einrichtungen neu ausgeschrieben. Monatlich bestätigen die Leitungen mit einem Monatsnachweis, dass die Reinigung zufriedenstellend stattgefunden hat. „Der letzte Vermerk, dass etwas in der Kita Schönfließ nicht in Ordnung ist, stammt vom November 2018“, bestätigt Anke Wollanke, die zuständige Sachbearbeiterin. „Damals fehlte Papier!“ Darüber hinaus können sich Leitungen und Erzieher auch jederzeit direkt an den Fachdienst „Kita- und Schulverwaltung“ wenden.

Am 5. April nachmittags – einen halben Tag nach dem „Offenen Brief“ – traf nun ein Schreiben in der Verwaltung ein, in dem eine Mutter die hygienischen Zustände in der Kita „Am Schlosspark“ bemängelte. Daraufhin wurde Frau Wollanke sofort tätig, informierte die Reinigungsfirma und beauftragte eine Sonderreinigung. Schon Montagvormittag rückte ein Putztrupp an. Am selben Abend nahm die Reinigungsfirma dann den normalen Turnus wieder auf.

„Diese Mutter hat völlig richtig gehandelt, dass sie sich mit ihrem Frust direkt an die Verwaltung gewendet hat“, betont Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus. „Leider habe ich selbst erst am Mittwoch von der Reinigungsaktion erfahren – hier müssen wir dringend unsere interne Kommunikation verbessern!“

Ein fairer „Arbeitskreis Kita“

Um sich in Zukunft besser miteinander abstimmen zu können, wollen die Verwaltung, der Kita-Elternbeirat und die Leitungen der Einrichtungen nun einen „Arbeitskreis Kita“ ins Lebens rufen. Dieser soll quartalsweise zusammenkommen, das erste Mal bereits Ende April.

„Für eine kinderfreundliche Gemeinde müssen alle an einem Strang ziehen. Persönliche Anfeindungen sollten da keinen Platz haben“ wünscht sich der Bürgermeister. „Dass wir den Eltern anteilig Beiträge zurückzahlen – obwohl dafür zahlreiche Hürden zu überwinden sind – ist ein Zeichen dieses fairen Miteinanders. Außerdem hat die Politik dank des Engagements der Eltern zugestimmt, den organisatorischen Leitungsanteil zu erhöhen und weitere Stellen über den gesetzlichen Schlüssel hinaus voll aus der eigenen Kasse zu finanzieren. Ich bin stolz darauf, dass sich in unserer Gemeinde so viele Eltern ehrenamtlich engagieren und wünsche mir sehr, dass wir in Zukunft auch wieder zu einem produktiven, konstruktiven Miteinander finden.“