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Lasst die Kinder spielen!

Artikel vom 01.02.2019

Peter Fuchs packt mit den Kinder die neuen Geräte aus
Peter Fuchs packt mit den Kinder die neuen Geräte aus

Unsere Summter Kita arbeitet ab sofort nach dem Konzept Elfriede Hengstenbergs. Das bedeutet für die Kinder zuerst, wieder das SPIELEN zu erlernen!

Es war ein bisschen wie Weihnachten. Aufgeregt waren die acht Vorschulkinder der Kita „Koboldhaus“ als sie am Donnerstag endlich die großen Kartons auspacken durften. Zum Vorschein kamen neue Spielgeräte für die Kita: Spielleitern und Spielhocker, eine Hühnerleiter, Kippelhölzer und Balancierbrettchen. Die Geräte basieren auf Entwürfen der Bewegungspädagogin Elfriede Hengstenberg. Sie dienen ganz explizit nicht dem Sport, sondern dem freien, kreativen Spiel der Kinder.

Es geht um Selbstkompetenz

„Kinder dürfen heute leider viel zu oft nicht ‚Kind‘ sein“, erklärte Spielpädagoge Peter Fuchs bei der Einführungsveranstaltung in Summt. „Lasst die Kinder spielen! Lasst sie sich schmutzig machen. Statt zu helfen und zu fördern, lasst die Kinder auch mal hinfallen!“ Nur so könnten Kinder alle ihre Sinne entdecken, ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennenlernen, Intelligenz und Selbstbewusstsein entwickeln.

Fuchs ist Lehrer und Hengstenberg-Experte. Nun begleitet er die Einführung des Projektes in der Kita „Koboldhaus“. Nach dem „Schneckenhaus“ in Zühlsdorf und dem „Spatzenhaus“ in Schildow sind die Summter nun die dritte Kita in der Gemeinde, welche das Konzept Elfriede Hengsten­bergs umsetzen möchte. „Ich kann mir auch gut vorstellen, dass weitere Kitas unserer Gemeinde dieses Konzept aufgreifen“, so Kämmerin Kerstin Bonk von der Gemeinde, der Kita-Trägerin.

Gefördert wird das Projekt von der Unfallkasse Brandenburg, die auch die Leihgebühr für die Geräte ein Jahr lang finanziert. Wird das neue Konzept von Kindern und Erziehern gut angenommen, wird die Gemeinde die Geräte dauerhaft erwerben, sicherte Bonk zu.  

Klare Regeln für alle

Die Hengstenberg-Pädagogik ist seit über 50 Jahren bewährt und schon vielfach erforscht. Die Statistik zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle mit regelmäßiger Hengstenberg-Bewegung signifikant abnimmt.
Die Kinder interessierte das wenig, sie wollten sofort loslegen. Die nötigen Regeln kannten sie bereits:

  1. barfuß
  2. nicht drängeln, nicht schubsen
  3. nicht meckern
  4. lass dir Zeit
  5. tu nur das, was du dir selbst zutraust

Diese Regeln gelten übrigens für Eltern und Erzieher gleichermaßen: Sie müssen aushalten, dass Kinder eben auch mal keine Lust haben oder sich etwas (noch) nicht zutrauen. Bewertungen, Ermutigungen oder gar Hilfestellungen sind streng verboten! „Alles, was die Kinder hier tun, das tun sie aus Eigeninitiative“, betonte Fuchs. „Spielen ist ja nichts anderes als ein Synonym für Forschen!“ 

"Könnt ihr Spielen?", fragte Peter Fuchs (im Foto hinten rechts). Ein lautes "Ja" ist die Antwort. So werden die neuen Geräte gleich ausprobiert
"Könnt ihr Spielen?", fragte Peter Fuchs (im Foto hinten rechts). Ein lautes "Ja" ist die Antwort. So werden die neuen Geräte gleich ausprobiert
Unter den wachsamen Augen der Kinder unterzeichnen Kitaleiterin Nicole Bartholomäi (vorn), Frau Richter von der Unfallkasse und Projektbegleiter Peter Fuchs einen gemeinsamen Vertrag
Unter den wachsamen Augen der Kinder unterzeichnen Kitaleiterin Nicole Bartholomäi (vorn), Frau Richter von der Unfallkasse und Projektbegleiter Peter Fuchs einen gemeinsamen Vertrag