Mühlenspiegel 40

Folge 5: Die Schildower Kita „An der Heidekrautbahn“ / 15 Rücksicht & Achtsamkeit Der Grundgedanke erinnert an das Konzept „Hengstenberg“ (vgl. Mühlenspiegel 32). Hier wird mit speziellen Spielgeräten gearbeitet, nach Regeln wie „Wir drängeln und schubsen nicht!“, „Wir tun nur das, was wir uns auch selbst zutrauen!“ und „Wir lassen uns Zeit“. Hengstenberg-Geräte gibt es in der Kita „An der Heidekrautbahn“ schon seit 2014; sie sind Teil des Alltags. Die Regeln gelten aber genauso für die Erwachsenen – und zwar in jedem Bereich des Kitalebens: Wer keine Laterne basteln möchte, nur weil das Lichterfest vor der Tür steht, wird nicht dazu gedrängt. Wer sich nicht auf die hohe Hühnerleiter traut, muss nicht. Wer nach zwei Kartoffelscheiben satt ist, darf aufstehen; wer sich dreimal Nachschlag holt, bekommt genug Zeit zum Essen. Einzige Grundregel, die alles einschränkt: „Wir behandeln andere Menschen und Gegenstände angemessen und wertschätzend!“ Für die Pädagoginnen und Pädagogen hier ist das eine Frage der „Achtsamkeit“ – für andere und für sich selbst. Dazu gehört auch das Barfußlaufen: „Wir haben hier Fußbodenheizung, da verzichten wir oft auf Hausschuhe und Socken. Vom Frühling bis Herbst sind viele Kinder drinnen und draußen fast nur noch barfuß unterwegs“, erzählt Kitaleiterin Lisa Krzywinski. Wer barfuß läuft, nimmt seine Umgebung anders war – und lernt sich sicher darin zu bewegen. Außerdem lässt sich barfuß viel schneller nach draußen auf den großen Spielplatz rennen. Die Krippenkinder kommen aus ihrem „Nestbereich“ direkt in einen etwas abgegrenzten Spielbereich; die „Großen“ können das gesamte restliche Areal nutzen. Verschiedenste Spielgeräte, aber auch Hecken und ein Spielhügel laden zum ideenreichen Spiel ein. Im vergangenen Sommer hat die Kita ihren Gemüsegarten erweitert: mit Hochbeeten und Pflanzkübeln, wo nach einer Wunschliste der Kinder Erdbeeren, Melonen, Möhren und verschiedenste Beerensträucher gezogen wurden. Von der Anzucht in der Forscherwerkstatt, über das Pflanzen, Gießen und Ernten übernehmen die Kinder die Gartenarbeit selbst. Und lernen dabei viel über Ernährung und Natur. Viele Früchte wurden anschließend in der „Kinderküche“ direkt weiterverarbeitet. Dazu passend kam im Juni 2022 der „Kochbus“: In dem großen Doppeldecker schnippelten die Kinder sich ihre eigene Gemüsesuppe. Die Kinder bestimmen selbst. Das klingt toll. Das ist die eine Seite der Medaille. Wer Kindern viel Freiraum gibt, fördert ihre Selbstständigkeit. Sie lernen eigene Interessen zu entwickeln, lernen ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen. Und sie lernen Entscheidungen zu treffen. Im Foyer der Kita befindet sich die Rezeption. Hier melden sich die Kinder an und gehen ohne Eltern in die Räume. Mitten in der Garderobe steht eine Schaufensterpuppe; sie ist je nach Witterung entsprechend angezogen – ein Vorbild. Wer bei Regen aber lieber auf die Matschhose verzichtet, muss sich eben anschließend umziehen. Die Kinder lernen, mit den Konsequenzen ihrer Handlungen zu leben. Nichts könnte Kinder besser auf die Schule, auf das Leben vorbereiten. Und doch, das wissen wir alle aus Erfahrung, ist das nicht immer leicht. Es kann – es wird – zu Enttäuschungen kommen. Das ist die andere Seite der Medaille. Safe the date: Flohmarkt am 13.05. von 10–14 Uhr Flohmarkt von Eltern für Eltern auf dem Parkplatz neben der Kita Kita „An der Heidekrautbahn“ Kommunale Kindertagesstätte der Gemeinde Mühlenbecker Land Ortsteil Schildow Franz-Schmidt-Straße 10 16552 Mühlenbecker Land Tel. 033056 / 74 231 Fax: 033056 / 409 388 Mail: kita-heidekrautbahn@ muehlenbeckerland.de Kapazität: 138 Kinder davon 24 Krippenplätze Personal: 17 Erzieherinnen und Erzieher, 1 Azubi, 2 Küchenkräfte (extern angestellt), häufig Praktikanten Pädagogische Ansätze: Offene Arbeit, Situationsorientierter Ansatz, Hengstenberg/Pikler www.muehlenbecker-land.de > www.muehlenbecker-land.de/kita-ander-heidekrautbahn Leiterin: Lisa Krzywinski (seit 2021) Stellvertretung: Nanny Frey

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