Mühlenspiegel 41

Als Vorbereitung auf die Pflanzung empfiehlt sich ein einfacher phTest aus dem Baumarkt (z.B. von Neudorff). Die rechts aufgelisteten Pflanzen mögen gerne leicht basische, kaltkhaltige Böden. Oft sind die Böden in unseren Gärten allerdings aufgrund von Nadelbäumen oder ähnlicher Bepflanzung über die Jahre leicht sauer. In diesem Fall kann man der Neubepflanzung mit einer regelmäßigen Kalkung etwas Gutes tun. Wer es perfekt machen möchte, gönnt dem Beet vor dem Bepflanzen noch eine Gabe Urgesteinsmehl oder Bentonit. Dadurch wird auf natürliche Weise das Wasserhaltungsvermögen erhöht. 20 / Tipps für den Garten der Zukunft Insekten lieben unsere Sand-Lehmböden ! Gießen war gestern Nach einem anfänglich trockenen Start in den Sommer konnten viele Gartenbesitzer dieses Jahr doch noch aufatmen, dem ein oder anderen waren die Sommerferien sicher sogar zu nass. Trotzdem gibt es viele Fragen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Ist eine teure und pflegeintensive Gartenbewässerungsanlage oder ständiges Gießen langfristig die einzige Lösung? Steht das im Einklang mit der ausbleibenden Grundwasserneubildung? Steht Trinkwasser oder auch Brunnenwasser langfristig zur Bewässerung überhaupt noch zur Verfügung? Sicher ist es sinnvoll, sich bereits jetzt nach Alternativen umzuschauen, um den Garten langfristig pflegeleichter zu machen. Die gute Nachricht lautet: Die Natur hat auch diesen Fall einen Joker in der Tasche. Bunte Gärten, die sogar bei sommerlicher Trockenheit nur einmal die Woche Wasser benötigen, sind möglich – sogar auf den trockenen und nährstoffarmen Sandböden, die überall im Mühlenbecker Land zu finden sind. Die Möglichkeiten sind hierbei sogar vielfältig und lassen Kreativität bei der Gartengestaltung zu. Grundlegend wichtig ist nur ein wenig Kenntnis der vorhandenen Bodenbeschaffenheit. Von der meist recht einfachen (Um-)gestaltung des Gartens profitiert auch die Artenvielfalt enorm, denn viele der trockenheitsliebende Pflanzen sind ursprünglich bei uns heimisch und Lebensgrundlage für mittlerweile bedrohte Insektenarten und die Vogelwelt. Zwei Möglichkeiten, diese Pflanzen auf relativ einfache Art und Weise in Teile des Gartens zu integrieren, sollen hier vorgestellt werden. Die magere, aber vielfältige Blühwiese Der optimale Platz dafür sind sonnige, sandige Brachflächen oder auch solche, die noch Reste von Bauschutt aufweisen. Nach Aufbringen einer dünnen unkrautfreien Kompostschicht wird ein hochwertiges und an den Standort perfekt angepasstes regionales Saatgut für sehr magere Böden (Anbieter s.u.) vorrangig im frühen Herbst aufgebracht. Bei trockener Witterung muss sie vier Wochen lang morgens und abends feucht gehalten werden und schon im kommenden Jahr entsteht eine blühende Gartenecke, die mit Trockenheit sehr gut umgehen kann und ein Eldorado für Insekten ist. Pflegeleicht ist sie ohnehin, denn sie muss eigentlich nur einmal im Jahr – im Optimalfall mit Sichel oder Sense gemäht werden. Eine ruhige Gartenecke ist allerdings vonnöten, denn aufgrund der Höhe sollte sie möglichst nicht betreten werden. Solche recht unberührten Flächen haben den Zusatznutzen, dass man damit für bodenbrütende Wildbienen – die 75 % aller Wildbienenarten in unseren Breiten ausmachen und besonders gefährdet sind – Nistmöglichkeiten schafft. Sie benötigen je nach Art sehr feinen Sandboden mit mehr oder weniger Lehmanteil, der nicht oft bis gar nicht betreten wird. Gerne angenommen wird auch feiner Sand zwischen Trittsteinen, wenn die Fugen nicht betoniert sind. Schon ab einem Quadratmeter unberührter sandiger Brachfläche, die im besten Fall vor Regen geschützt ist, siedeln sich Wildbienen gerne neben der Blühwiese an, da sie Nahrung in unmittelbarer Nähe benötigen. Solitär lebenden Wildbienen haben zwar einen Stachel, die Gefahr eines Stiches ist dennoch praktisch nicht gegeben. Denn mit einem Stich riskieren die Wildbienen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Brut, die danach nicht mehr versorgt werden würde. Nur wenn die Biene massiv bedrängt wird, geht sie das Risiko des Stiches ein. In den meisten Fällen ist der Stachel der Wildbienen längst aber nicht kräftig genug, um unsere Haut zu durchdringen. So kann das – weit weniger schmerzhafte – Gift gar nicht erst unter die Haut gelangen. Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, können somit auch von Kindern ohne Angst und in aller Ruhe sowohl an den Nestern als auch an Blüten beobachtet werden.

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