Fast jeder imMühlenbecker Land hat einen Garten. Wir hegen und pflegen ihn, lieben das Pflanzen, Wachsen und Blühen, das Verweilen in seinen Düften. Im Garten sind wir der Erde vielleicht am nächsten, ihrer greifbaren, krümeligen Substanz mit den Würmern, Raupen und Käfern, mit den Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und Vögeln. Der Garten ist die Keimzelle unseres Umgangs mit der Erde. Zwei Hörspaziergänge am 4. Juli in Schildow/ Katharinensee und am 5. Juli in Zühlsdorf führen ab 14 Uhr bis zum Abend durch jeweils drei ökologisch bewirtschaftete oder Naturgärten. Jeden verwandelt Musik in einen neuen Erfahrungsraum. Zum Auftakt begegnen wir einer mexikanischen Landschaft der inidigenen Bevölkerung. Katharinensee: Eine Elefantin – Mexiko – Kröten – Komposthaufen Zur Eröffnung auf einer Wiese am Kindelfließ steht die Elefantin EWA imMittelpunkt: Um die lebensechte Plastik entsteht die Performance „Wunde(r) Erde“ für Violine, Stimme, Texte, electronics und Soundproduktion. EWA symbolisiert als Maskottchen der 7. Klanglandschaften die ungelösten Probleme auf der Erde und wird uns auf den Hörspaziergängen begleiten. In einemWaldgarten mit kleinem See tritt eine mexikanische Naturlandschaft – per klanglicher Reflexion von Flöten, Percussion, Klangobjekten und Klarinette – in einen Dialog mit unserer Landschaft vor Ort. Weiter geht es zu Hörmaschinen, Blechbläsern und menschlichen Stimmen, die die Aufmerksamkeit auf Gartenräume für Frösche, Kröten und anderes Getier lenken. Durch Blasinstrumente wiederum rückt ein Komposthaufen in den Mittelpunkt. Zühlsdorf: Insekten – Stauden – Werden und Vergehen – Utopie Im ersten Garten vergegenwärtigen mobile Insektenstimmen, Menschen- und Instrumentalklänge den Garten als Habitat der hier beheimateten Insekten, ob Schmetterlinge oder Fliegen, Ameisen oder Käfer. Wir wandern weiter zu einem professionellen Schaugarten mit einheimischen Gewächsen, der sich durch eine Klanginstallation zu einem Garten der ungewöhnlichen Resonanzen entpuppt: Blüten knistern, Stauden vibrieren, die Erde raschelt oder Farben erscheinen in neuem Licht. In einem ziemlich wilden Naturgarten schließlich werden natürliche Prozesse des Entstehens und Verschwindens, von Kraft und Verletzlichkeit als klingende Kunst lebendig – imWechselspiel von Vogelgesang und Tusche-Zeichnen auf Stoffbahnen, Bienensummen, Bratschenspiel, Blätterrauschen und Stimme. Beim Finale, wiederum auf einer Wiese, wird eine Utopie wahr: zwei Celli musizieren friedlich mit einem Traktorrasenmäher, einer Motorsäge und einer Sense – durch Kunst wird gleich auch noch das Gras gemäht. Kommen Sie, lauschen Sie, lassen Sie sich durch ihre Ohren Neues über Ihren Garten erzählen. Garten-Gastgeberinnen in Katharinensee: Ingrid Ripke, Planetare Verantwortung: Klingende Gärten 7. Klanglandschaften
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