Mühlenspiegel 50

26 / Brand in der “Kita „Spatzenhaus“ Als im Sommer 2025 Rauch über der Schillerstraße aufstieg, war schnell klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Einsatz handeln würde. Die Flammen trafen einen Ort, den viele Familien über Jahre hinweg fest in ihren Alltag eingeplant hatten: die Kindertagesstätte „Spatzenhaus“ der Gemeinde im OT Schildow. Zurück blieb ein schwer beschädigtes Gebäude – und viele Fragen. Heute, Monate später, steht das Haus noch immer sichtbar gezeichnet vom Ereignis. Doch während die Spuren des Brandes offensichtlich sind, liegt die eigentliche Herausforderung in dem, was nun folgen muss. Ein Haus mit über hundert Jahren Geschichte Die Kita gehörte einst zu den älteren Gebäuden im Ortsteil Schildow. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das erste Gebäude vermutlich um das Jahr 1914 errichtet. Dokumentierte Umbauten lassen sich ab 1965 nachvollziehen – ein Hinweis darauf, wie lange das Gebäude bereits Teil der kommunalen Infrastruktur war. Über Jahrzehnte hinweg wurde es immer wieder angepasst, erweitert und modernisiert. Eine Abtragung des alten Gebäudes und eine Neuerrichtung dieses erfolgte 2013. Damals wurde das Gebäude neu errichtet, um den Anforderungen zeitgemäßer Kinderbetreuung zu entsprechen. Bis zum Brand erfüllte es diese Aufgabe täglich für zahlreiche Kinder und Familien. Der 2. Juli 2025 Am 2. Juli 2025 änderte sich die Situation schlagartig. Ein Brand beschädigte große Teile des Hauses schwer. Besonders betroffen waren der Dachstuhl und das Obergeschoss. Die statische Sicherheit des Gebäudes ist seitdem nicht mehr gewährleistet, eine Nutzung ausgeschlossen. Unmittelbar nach einem solchen Ereignis kann jedoch nicht sofort mit Bauarbeiten begonnen werden. Zunächst musste die Versicherung den Schaden vollständig aufnehmen und bewerten. Erst nach dieser Freigabe zum Jahresende 2025 konnten Sicherungsmaßnahmen erfolgen. Das Gebäude wurde anschließend gegen weitere Witterungseinflüsse geschützt und so gesichert, dass keine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht. Warum die Versicherung entscheidend ist Für den weiteren Umgang mit dem Gebäude spielt die Versicherung eine zentrale Rolle. Sie ersetzt den Gebäudewert vollständig – allerdings nur unter einer klaren Voraussetzung: Es muss ein gleichwertiges Gebäude wiederhergestellt werden. Diese Bedingung beeinflusst maßgeblich die Überlegungen zur Zukunft des Standortes. Ohne einen entsprechenden Neubau würde lediglich ein deutlich geringerer Betrag ausgezahlt werden. Damit ist nicht nur die bauliche, sondern auch die wirtschaftliche Dimension eng miteinander verknüpft. Ein Verfahren, das Zeit braucht Bevor überhaupt gebaut oder verändert werden kann, ist ein Genehmigungsverfahren notwendig. Ein Bauantrag wird durch den Landkreis geprüft, und solche Verfahren benötigen erfahrungsgemäß Zeit. In vergleichbaren Fällen kann die Bearbeitung bis zu zwei Jahre dauern. Diese Dauer erklärt, weshalb sich sichtbare Veränderungen oft verzögern. Zwischen Schadensereignis und tatsächlicher baulicher Umsetzung liegt ein komplexer rechtlicher Ablauf, der unabhängig vomWunsch nach schneller Lösung eingehalten werden muss. Mehr als nur ein Gebäude Inzwischen wird nicht nur über die reine Wiederherstellung nachgedacht. Auch andere Nutzungen des Standortes werden betrachtet, da Gebäude langfristig in die Entwicklung der örtlichen Infrastruktur eingebettet werden müssen. Welche Form letztlich sinnvoll ist, hängt davon ab, wie sich Bedarf, Wirtschaftlichkeit und bauliche Möglichkeiten miteinander vereinbaren lassen. Zwischen Erinnerung und Neubeginn Die Kita Schillerstraße war über Generationen hinweg ein alltäglicher Ort – für Kinder ein erster Schritt in die Selbstständigkeit, für Eltern Teil der täglichen Routine. Solche Gebäude sind mehr als reine Zweckbauten. Gleichzeitig zeigt das Ereignis, wie viele rechtliche, technische und finanzielle Aspekte bei einemWiederaufbau berücksichtigt werden müssen. Der Prozess wird Zeit benötigen. Doch unabhängig von der konkreten Lösung bleibt das Ziel klar: eine langfristig tragfähige Nutzung für die Gemeinde zu schaffen. Über den Fortgang wird weiterhin informiert, sobald neue Entwicklungen feststehen. – ein Gebäude zwischen Vergangenheit und Zukunft Brand in der "Kita „Spatzenhaus“ Text: Leo Schmidtmann / Foto: Feuerwehr

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