Die Reaktivierung der Heidekrautbahn (Stammstrecke) Das Projekt in Kürze Die historische Stammstrecke der Heidekrautbahn (RB27) soll reaktiviert werden, um den Pendlerverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und eine direkte Anbindung an das Berliner S-Bahn- und Regionalbahnnetz zu schaffen. Strecke: Berlin-Wilhelmsruh bis Basdorf (Abzweig Schönwalde) • Länge: ca. 14 Kilometer • Neue Haltepunkte: Acht geplante Stationen, für unsere Gemeinde besonders wichtig: Schildow, Schildow Nord, MühlenbeckMönchmühle und Schönwalde West. • Züge: Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) plant den Einsatz moderner, emissionsarmer und besonders geräuscharmer Wasserstoffzüge des Typs Mireo Plus H. Dank ihres wasserstoffbasierten Antriebs verursachen sie keine lokalen CO₂-Emissionen und zeichnen sich zugleich durch einen sehr leisen Betrieb aus. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu einem umweltfreundlichen, klimafreundlichen und für Fahrgäste sowie Anwohner angenehm ruhigen Schienenverkehr. • Taktung: Zunächst ist ein Stundentakt vorgesehen, später soll auf einen Halbstundentakt verdichtet werden. Aktueller Stand (Juli 2026) Ein Baustart im Jahr 2026 ist inzwischen ausgeschlossen. Das Projekt befindet sich weiterhin im Planfeststellungsverfahren. Die Verzögerungen entstanden, weil die Planungen aufgrund neuer Anforderungen an Lärmschutz, Umweltauflagen, Bahnübergänge sowie weiterer technischer Vorgaben umfangreich überarbeitet werden mussten. Derzeit liegen die geänderten Planunterlagen für den Berliner Abschnitt noch bis Juli 2026 öffentlich aus. Für den Brandenburger Abschnitt – und damit auch für unsere Gemeinde – wird die erneute Auslegung im Herbst 2026 erwartet. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens kann der Planfeststellungsbeschluss als formelle Baugenehmigung erteilt werden. Nach den aktuellen Zielplanungen des Infrastrukturprojekts i2030 sowie den Veröffentlichungen des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg (MIL) und des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) wird die vollständige Reaktivierung der Heidekrautbahn einschließlich der perspektivischen Durchbindung bis Berlin-Gesundbrunnen inzwischen im Zeithorizont 2030 gesehen. Ursache hierfür sind insbesondere die komplexen Planfeststellungsverfahren, die getrennte Genehmigung in Berlin und Brandenburg sowie umfangreiche Nachbesserungen beim Lärm-, Umwelt- und Sicherheitskonzept. Damit wird sich die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke gegenüber den ursprünglich vorgesehenen Zeitplänen ummehrere Jahre verschieben. Genau hier setzt das Projekt i2030 an. Es soll die Schiene zur echten, stressfreien Alternative machen – nicht zuletzt durch die Reaktivierung der Heidekrautbahn. Damit unsere kommunalen Bedürfnisse bei diesem Mammutprojekt nicht unter die Räder geraten, engagiert sich Bürgermeister Filippo Smaldino ganz gezielt als offizieller Botschafter des i2030-Projekts. Um zu beleuchten, wo wir zwischen visionärem Anspruch und Planungsrealität aktuell stehen, haben wir das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Fahrgastverbands PRO BAHN, Martin Pogatzki, gesucht. Die große Linie und unser Pendler-Alltag Mühlenspiegel: Herr Pogatzki, das Projekt i2030 soll unsere Infrastruktur fit für die Zukunft machen. Wenn wir ganz konkret auf unsere Ortsteile imMühlenbecker Land und unsere Pendlerinnen und Pendler Richtung Berlin schauen: Wo drückt uns hier im Norden aktuell am meisten der Schuh, und wo kann i2030 am schnellsten spürbare Verbesserungen bringen? Martin Pogatzki: Der größte Schmerzpunkt ist aus Fahrgastsicht das fehlende attraktive Angebot. Viele Menschen im Mühlenbecker Land würden gerne auf Bahn und Bus umzusteigen. Aber dafür müssen Takt, Anschlüsse, Kapazität und Reisezeit stimmen. Heute ist aber für viele der Weg noch zu oft mit Umwegen und unsicheren Umstiegen verbunden. i2030 kann besonders dort schnell spürbar werden, wo vorhandene Infrastruktur besser genutzt oder reaktiviert wird. Die Heidekrautbahn ist dafür das perfekte Beispiel, denn die Trasse ist ja in wesentlichen Teilen vorhanden und wird den Norden deutlich besser an Berlin anbinden. Mühlenspiegel: Oft schaut die Verkehrspolitik sehr stark auf das Zentrum von Berlin. Wie bewerten Sie bei PRO BAHN die Bedeutung von i2030 ganz speziell für uns „Speckgürtel“-Gemeinden, die tagtäglich diese enorme Pendler-Last schultern müssen? Martin Pogatzki: Für die Umlandgemeinden ist i2030 eine zentrale Zukunftsfrage. Die Metropolregion funktioniert längst nicht mehr nach dem Muster „Berlin hier, Brandenburg dort“. Wohnen, Arbeiten, Schule, Freizeit und Einkaufen sind über die Landesgrenze hinweg stark miteinander verflochten. Gerade Gemeinden wie das Mühlenbecker Land tragen aber eine enorme Pendlerlast. Wenn dort kein attraktives Schienenangebot entsteht, wächst automatisch der Druck auf Straßen, Parkplätze und Ortsdurchfahrten. Deshalb muss i2030 aus Sicht von PRO BAHN immer als regionales Gesamtprojekt verstanden werden. Der Nutzen entsteht nicht nur in Berlin-Mitte, sondern vor allem dort, wo Menschen täglich entscheiden: Nehme ich das Auto oder kann ich mich auf die Bahn verlassen? Das Proje im Mühlenb - Reaktivierung de Die täglichen Pendlerströme zeigen es deutlich: Unsere wachsende Verkehrssystem, um den Alltag der Menschen imMühlenbecker Lan frastruktur ist zwingend erforderlich. Zwischen Vision und Bahnsteigkante: Waru Birgit Rathmann mit Martin 34 / Projekt i2030 im Mühlenbecker Land
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