125 Jahre Niederbarnimer Eisenbahn / 37 Text: Birgit Rathmann / Foto: Fotogruppe SichtWeisen Die Schiene ist der Herzschlag unserer Region. Am 06. Juni, feierte die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in Basdorf ihr 125-jähriges Bestehen. Bürgermeister Filippo Smaldino vertrat das Mühlenbecker Land bei diesem besonderen Ereignis. Der Tag machte die Zukunft der Mobilität spürbar, zeigte aber auch deutlich die aktuellen Hürden beim Streckenausbau. Von Dampfloks zur lautlosen Zukunft Auf dem Betriebsgelände in Basdorf erlebten die Gäste einen starken Kontrast: Schnaufende Dampflokomotiven erinnerten eindrucksvoll an die Anfänge der Eisenbahn. Gleichzeitig zeigte der neue Wasserstoffzug „Mireo Plus H“, wie sauber und leise die Zukunft auf den Schienen aussehen wird. Besonders für das Mühlenbecker Land gab es an diesemTag ein starkes Zeichen: Der emissionsfreieWasserstoffzug fuhr auf einer exklusiven Sonderfahrt direkt von Basdorf nach Mühlenbeck. So wurde die Vision einer modernen und nachhaltigen Bahnverbindung für alle Anwesenden greifbare Wirklichkeit. Die harte Realität der Stammstrecke Abseits der Feierstimmung müssen wir bei der Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn jedoch den Tatsachen ins Auge blicken: Einen Baustart noch in diesem Jahr – wie ursprünglich geplant – wird es nicht geben. Umfangreiche Umplanungen bremsen das Projekt derzeit aus. So mussten unter anderem der Lärmschutz für künftig längere Züge neu berechnet und Umweltgutachten tiefgreifend überarbeitet werden. Während in Berlin die neuen Pläne bereits wieder öffentlich ausliegen, dauert es auf Brandenburger Seite länger: Die NEB rechnet erst im Herbst 2026 mit den angepassten Dokumenten für unseren Abschnitt. Erst dann kann auch hier die notwendige Bürgerbeteiligung starten. „Die Fahrt des Wasserstoffzuges hat uns eindrucksvoll gezeigt, dass eine moderne regionale Bahn keine bloße Träumerei mehr ist“ , erklärte Bürgermeister Filippo Smaldino. „Gleichzeitig bremst uns die Bürokratie stark aus. Dass sich der Ausbau der Stammstrecke weiter verzögert, ist für unsere Gemeinde, die täglich unter dem massiven Autoverkehr leidet, ein schwerer Schlag. Dieses Jubiläum ist daher nicht nur ein Fest, sondern vor allem ein klarer Appell: Wir müssen den Druck hochhalten. Aus dicken Planungsakten muss endlich Baurecht werden, damit unsere Bürgerinnen und Bürger spürbar entlastet werden.“ 125 Jahre Niederbarnimer Eisenbahn Moderne Züge, historische Schienen und das Warten auf Baurecht
RkJQdWJsaXNoZXIy NzY5NzY=