Gemeinde Mühlenbecker Land

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In Schildow gut angekommen

Artikel vom 07.10.2019

Ghias Burhan (l) und Michael Lempe (r) im Gespräch mit Bernhard Hasse (m)
Ghias Burhan (l) und Michael Lempe (r) im Gespräch mit Bernhard Hasse (m)

Kennen Sie eigentlich Ihre Nachbarn wirklich? In der Reihe „Verstehst Du mich“ berichteten Michael Lempe und Ghias Burhan über ihr Leben.

Pfarrer Bernhard Hasse und Peter Kunkel von Nordbahngemeinden mit Courage stießen vor zehn Jahren die Gesprächsreihe „Verstehst Du mich“ an, um Menschen in der Gemeinde Mühlenbecker Land durch das Erzählen ihrer Geschichten miteinander ins Gespräch zu bringen. Am vergangenen Mittwoch, 25. September 2019, berichteten Michael Lempe und Ghias Burhan im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Schildow über die für sie wichtigsten Weichenstellungen ihres Lebens.

Unterschiedliche Lebensgeschichten

Michael Lempe kam schon vor einigen Jahren mit seiner Familie nach Schildow. Geboren im Erzgebirge, aufgewachsen in einem liberalen Elternhaus in Freiberg, Medizinstudium in Ost-Berlin, Wehrdienst als Militärarzt auf der Insel Rügen. Als die Mauer fiel, weilte er gerade als junger Arzt im Rahmen eines Austausches für seine Facharztausbildung im Klinikum Steglitz in West-Berlin. Die friedliche Revolution bescherte ihm eine gute persönliche und berufliche Perspektive. Er lebt seit 1999 mit seiner Frau und seinen Zwillingen sehr gerne hier in Schildow. 

Ghias Burhan wuchs in einem Vorort von Damaskus (Syrien) auf. Die Geborgenheit in einer sehr großen Familie prägte ihn. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften und dem Militärdienst arbeitete er in einer der syrischen Banken. Nach dem Ausbruch des Krieges 2011 ging er zunächst in die Türkei und floh später in einem Schlauchboot übers Meer nach Griechenland, dann über den Balkan nach Deutschland. Ende 2015 kam Ghias Burhan mit seinen Brüdern schließlich bei uns in Schildow an. Ein Glücksfall für ihn, so Ghias Burhan. Er wurde bei uns gut aufgenommen. Inzwischen arbeitet und lebt er in Berlin, aber zuhause fühlt er sich nach wie vor in Schildow.

Zuhören & Verstehen

In diesen sehr verschiedenen Lebensgeschichten, in denen beim einen die friedliche Revolution, beim anderen der Krieg das Leben veränderte, spielte auch das Ringen mit dem – christlichen bzw. muslimischen – Glauben eine Rolle. Einig waren sich beide in der freiheitlichen Gesinnung, dass niemand behaupten dürfe, die Wahrheit liege allein bei ihm. 

Im intensiven Gespräch mit allen Anwesenden wurde deutlich, dass manches schwer in Worte zu fassen ist und gegenseitiges Verstehen immer neues Nachfragen und einander Zuhören erforderlich macht.