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Hund tötet Rehkitz

Artikel vom 14.05.2019

Schutz für wilde Tierkinder auf unseren Wiesen und Feldern
(c) Lubos Chlubny/Fotolia
Schutz für wilde Tierkinder auf unseren Wiesen und Feldern
(c) Lubos Chlubny/Fotolia

Es ist Brut- und Setzzeit – das heißt, Hunde gehören an die Leine. Ein frisch geborenes Rehkitz musste nun dafür büßen, dass einige sich leider nicht daran halten.

Spaziergänger hatten das tote Rehkitz vergangenen Donnerstag an der Bergfelder Straße in Feldheim gefunden und daraufhin die Polizei verständigt. Diese informierte den zuständigen Jäger. „Das Kitz war grade erst geboren, konnte nur wenige Stunden leben, die Schalen (Hufe) noch weich wie Gummi, die Nabelschnur frisch durchtrennt“, berichtet Marco Schultze, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft. Er ist sich sicher: „Die Spuren zeigen eindeutig: Das Kitz hat ein Hund geholt, weggeschleppt und dann am Wegesrand liegengelassen!“

Schultze ist vom Tod des Kitzes sichtlich bewegt; er möchte, dass so etwas nicht wieder geschieht. „Das passiert, wenn Hunde ohne Leine auf Wiesen und Feldern unterwegs sind!“ Sein Mitgefühl gilt insbesondere der Mutter, die nun überschüssige Milch hat und damit Schmerzen leidet.

Nur mit Leine

Vom März bis Juli, in der sogenannten „Brut- und Setzzeit“, dürfen Felder und Wiesen ausnahmslos nicht betreten werden, so das Naturschutzgesetz – das gilt natürlich ganz besonders für Hunde! Im Wald gilt ohnehin ganzjährig Leinenpflicht.

Selbst wenn Hunde dank guter Erziehung dem plötzlichen Jagdtrieb wiederstehen können, so scheuchen sie beim Stromern doch brütende Vögel und säugende Ricken auf, ohne dass wir Menschen etwas davon mitbekommen. Wildtiere sind empfindlich was Stress angeht, besonders wenn sie Junge haben. Gehen Sie also bitte auf Nummer sicher und leinen Sie Ihren Hund an.

Darüber hinaus handelt es sich bei Feldern und Wiesen in den meisten Fällen um bestellte Privatflächen; das Heu wird beispielsweise an Pferde verfüttert. Rücksichtnahme sollte für jeden Tierfreund selbstverständlich sein: „Wer die Natur genießen will, muss der Natur selbst auch Raum lassen!“, so Schultze.

Einsame Jungtiere

Übrigens, auch wenn‘s schwerfällt: Bitte lassen Sie „verlassenen“ Rehkitze unbedingt in Ruhe und fassen sie keinesfalls an, da sie sonst von ihren Elterntieren verstoßen werden könnten. Die Rehmutter lässt ihr Kind zum Schutz vor Fressfeinden allein, ist aber immer in der Nähe. Das Gleiche gilt für Hasen und Enten.

Weitere Informationen zu Rechten und Pflichten in der Hundehaltung finden Sie in der Hundehalterverordnung des Landes Brandenburg: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211875