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Ein Angebot für jeden Anwohner

Artikel vom 01.08.2022

Mühlenbeck (c) Fotogruppe SichtWeisen
Mühlenbeck (c) Fotogruppe SichtWeisen

Das Quartierskonzept Mühlenbeck will alle Gebäude im Bezirk energetisch verbessern. Anwohner informierten sich im Juli über den Planungsstand.

Das „Käthe-Kollwitz-Quartier“ in Mühlenbeck soll umweltfreundlicher werden, also nachweislich weniger CO2 erzeugen. Zugleich aber sollen die Energiekosten für den Einzelnen trotz allgemeiner Kostensteigerung verträglich bleiben – dieses Ziel verfolgt das „integrierte energetische und städtebauliche Quartierskonzept“.

Das geförderte Gebiet für diese Untersuchung umfasst den Ortskern von Mühlenbeck: vom Rathaus bis zur Kita, vom Berufsförderungswerk bis zum Bauhof hinter der Gesamtschule – sowie alle privaten Wohngebiete dazwischen.

Post von der Klimaschutzmanagerin

In den letzten Wochen erhielt jeder Anwohner des Quartiers Post von Klimaschutzmanagerin Hanna Broghammer. Darin wurden ein paar anonyme Daten rund um den eigenen Energieverbrauch abgefragt, die als Datengrundlage mit in das Konzept einfließen.

Zudem lud Frau Broghammer die Quartierseinwohner für den 5. Juli 2022 zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ein, um über den aktuellen Planungsstand zu informieren. Rund 30 Anwohner folgten der Einladung in den Schildower Bürgersaal.

Das Quartierskonzept untersucht verschiede Lösungsmöglichkeiten für die Gebäude im Quartier und wägt sie gegeneinander ab. Peter Runkel vom Energieberatungsunternehmen Tilia GmbH, welches die Gemeinde Mühlenbecker Land mit der Erstellung des Konzepts beauftragt hat, erklärte welche Varianten sich in der aktuellen Situation ökologisch und ökonomisch am ehesten rentieren würden. Herr Runkel fand klare Worte: „Die Energiewende wird uns allen wehtun ... Wir suchen Lösungen, damit der Schmerz so klein wie möglich bleibt!“

1. Variante: Nahwärmenetz für Mühlenbeck

Wird die L21/Ortsdurchfahrt Mühlenbeck wie geplant saniert, soll für die kommunalen Gebäude im Gebiet ein Nahwärmenetz verlegt werden: Nahe am Rathaus könnte eine Energiezentrale Wärme aus Solarthermie (für Warmwasser) und Holzhackschnitzeln (für Heizung) erzeugen und diese über Leitungen bis in die Grundschule leiten.

Auch privaten Anwohnern entlang dieser Trasse wird der Anschluss an diese Leitung angeboten. Dies würde sich für Häuser entlang der Hauptstraße bis runter zur Kirche sowie in der Birkenwerder Straße und Kornblumenstraße rentieren – vorausgesetzt das Haus ist älter als 30 Jahre und wird über normale Heizkörper beheizt.

2. Variante: Individuelle Lösungen für alle

Für alle Anwohner des Quartiers, für die das Nahwärmenetz nicht in Frage kommt, werden nun im nächsten Schritt weitere Lösungsvorschläge entwickelt. Dafür war der im Quartier verteilte Fragenbogen wichtig, um passende Angebote zu entwickeln. Dies könnte zum Beispiel eine geförderte PV-Aktion sein, ein Sammelangebot für nachhaltige Hybridheizungen mit Wärmepumpe oder ähnliches – je nachdem, wie die Bedarfe sind.

Das Schöne daran: Solche Sammellösungen können individuell gefördert werden, sie sind also nicht an die Grenzen des Quartiers gebunden. Damit könnten dann Anwohner der gesamten Gemeinde Mühlenbecker Land davon profitieren.

So geht es weiter

Quartiersanwohner, die den Fragebogen noch nicht ausgefüllt haben, können dies gern noch nachholen. Darüber hinaus melden Sie sich gern bei Klimaschutzmanagerin Hanna Broghammer, um ihre individuelle Situation zu schildern – telefonisch, per E-Mail oder über den Rathausbriefkasten.

Nur wenn uns ausreichend Zuarbeiten zu den vorhandenen Bedarfen erreichen, können im Quartierskonzept passende Lösungen entwickelt werden.

Planmäßig bis Ende 2022 soll das Papier mit allen Berechnungen und Lösungsvorschlägen fertig vorliegen. Dann werden die nötigen Investitionen ausgeschrieben und mögliche Förderungen beantragt, wofür noch einmal mit ein bis zwei Jahren zu rechnen ist. Die Umsetzung wäre also ab 2024/25 denkbar. Das Nahwärmenetz ist ohnehin an den Ausbau der Ortsdurchfahrt gekoppelt, da die Leitungen direkt in die geöffnete L21 verlegt werden sollen – das spart Kosten.

„Wem das zu lange dauert, und wer lieber schneller seine Energieversorgung modernisieren möchte, der sollte das unbedingt tun!“, betonte Peter Runkel am Dienstag. „Denn auch dann haben wir ja unser Ziel erreicht: die Ökobilanz unseres Quartiers zu verbessern.“

Mehr Infos: www.muehlenbecker-land.de/de/bauen-wirtschaft/klimaschutz/quartierskonzept