Säulen der Gemeinschaft: Die Ehrenamtspreisträger 2025
Bereits am 8. Dezember 2025 traf die Gemeindevertretung die Entscheidung, wer mit der Ehrenamtsurkunde der Gemeinde Mühlenbecker Land ausgezeichnet wird. Jährlich zum Internationalen Tag des Ehrenamts vergibt das Gemeindeparlament diese Würdigung an Personen und Gruppen, die sich in besonderer Weise um das Wohl der Gemeinschaft verdient gemacht haben.
Leidenschaft für die Fußballjugend
Ralph Jähner erhielt die Ehrenamtsurkunde für sein langjähriges Engagement im SV Mühlenbeck 1947 e.V. In seiner Laudatio hob René Wetzel hervor, dass der Mühlenbecker als langjähriger Jugendleiter eine tragende Säule des Vereins ist. Vor allem seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass das jährliche Fußballferiencamp zu einer festen Institution geworden ist. An dem inzwischen 8. Camp im vergangenen Jahr nahmen rund 50 Kinder teil, die Ralph Jähner mit einer Hingabe mitbetreute, die weit über das Sportliche hinausgeht: Der 65-Jährige ist stets der Erste auf dem Platz und der Letzte, der geht – von der Bereitstellung eines gesunden Caterings bis zum Zubinden der Schuhe für die Kleinsten.
Kulturelle Impulse für Zühlsdorf
In Zühlsdorf ist der Name Esther Jankowski untrennbar mit einem lebendigen Dorfleben verbunden. Laudator Patrick Leiste würdigte ihr Engagement im „Glashaus-Verein“, wo sie Räume für Begegnung und Kultur schafft. Ob sie Ausstellungen organisiert, Kinderkino ermöglicht oder als „Osterhasen-Helferin“ im Wald für leuchtende Augen sorgt – ihr Wirken ist vielschichtig. Besonders ihre Liebe zum Detail zeigt sich jährlich beim Heidefest, wenn sie sich mit Herzblut um die Pflege der traditionellen Kostüme kümmert.
Mit Herzblut in der Volkssolidarität
Monika Schnabel ist ein unverzichtbarer Anker der Volkssolidarität. Hannelore Rückert würdigte in ihrer Laudatio den unermüdlichen Einsatz der Mühlenbeckerin, die seit 2016 die Seniorenzeitschrift „Herbstzeitlose“ redaktionell gestaltet. Neben der Betreuung von zwölf Mitgliedern und der Organisation der Tanzgruppe „Mühlentänzer“ ist sie immer zur Stelle, wenn die Volkssolidarität bei Gemeindefesten Präsenz zeigt – von der ersten Planung bis zur abschließenden Nachbereitung.
Einsatz über alle Maßen für die Kinder – Würdigung in Abwesenheit
Auch Daria Fuhrmann und Martin Jeske aus Schildow erhielten den Ehrenamtspreis der Gemeinde Mühlenbecker Land für ihr außergewöhnliches Engagement in der SG Schildow e.V. Zwar konnten beide aus terminlichen Gründen nicht persönlich an der Gala teilnehmen, doch ihre Verdienste blieben an diesem Abend präsent.
Daria Fuhrmann prägte über Jahre die turnerische Grundausbildung der Jüngsten und engagierte sich stark in der Ukraine-Hilfe. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin Jeske unterstützt sie die SG Schildow tatkräftig bei jedem Fest. Unvergessen bleibt Martin Jeskes fachmännische Hilfe beim Transport eines massiven Wettkampftrampolins, das nur so für die Kinder gesichert werden konnte. Die Übergabe der Urkunde sowie des Preises werden zu einem späteren Zeitpunkt im privaten Rahmen nachgeholt.
Beispielhaftes Engagement für die Jüngsten
Unter dem Vorsitz von Stefan Bergold hat der Kita-Elternbeirat Mühlenbecker Land Maßstäbe in der Interessenvertretung gesetzt. Laudatorin Loreen Tirado würdigte das Gremium als hochprofessionelle Schnittstelle zwischen Eltern, Verwaltung und Politik. Besonders in Krisenmomenten, wie nach den Wasserschäden in der Kita „Raupe Nimmersatt“ oder dem Brand im „Spatzenhaus“, fungierte der Beirat als Kommunikationsschnittstelle zwischen Eltern und Kitaverwaltung. Seine Stärke ist es, Sorgen zu bündeln und konstruktive Lösungen auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene voranzutreiben.
Persönliche Anerkennung: Die Medaille des Bürgermeisters und des Vorsitzenden der Gemeindevertretung
Während die Ehrenamtsurkunden auf einem offiziellen Beschluss des Gemeindeparlaments basieren, bot die Gala auch Raum für eine ganz persönliche Geste des Bürgermeisters und des Vorsitzenden der Gemeindevertretung. Mit der „Medaille des Bürgermeisters und des Vorsitzenden der Gemeindevertretung“ zeichneten Filippo Smaldino und Mario Müller Personen aus, deren Wirken oft abseits der großen Protokolle, aber mit enormer Strahlkraft für das Gemeinwesen erfolgt.
Wirtschaft mit sozialem Gewissen
Die erste Medaille ging an Caeven Michel, Inhaber des Edeka-Marktes in Mühlenbeck. In seiner Laudatio betonte Bürgermeister Filippo Smaldino, dass Michel weit mehr als ein Nahversorger ist; er verkörpert den genossenschaftlichen Gedanken. Ob durch die Unterstützung der Feuerwehr, kreative Pfandbon-Spenden für lokale Projekte oder die Aktion „Gemüsebeete für Kids“ – Michel ist ein verlässlicher Partner, der durch die Förderung regionaler Erzeuger den sozialen Zusammenhalt direkt vor Ort stärkt.
Ein Leben im Dienst der Kirchengemeinde
Angelika Hoffmann erhielt die Medaille für ihr jahrzehntelanges Wirken in der Evangelischen Christophoruskirchengemeinde. Pfarrer Bernhard Hasse würdigte ihren unermüdlichen Einsatz bei der Organisation und Durchführung von Gemeindefesten und der Endredaktion des Gemeindebriefes. Layout, Druck, Transport und Verteilung – alles liegt in ihren Händen. Besonders hervorzuheben ist ihre integrative Kraft: Als vier Kirchengemeinden zu einer neuen Einheit zusammenwuchsen, schaffte sie es, die beiden Gemeinden Schönerlinde und Blankenfelde gut in die neue Gemeinschaft zu integrieren.
Menschlichkeit als Kompass
Für ihre Arbeit bei „Mühle United“ erhielt Ulrike Haase die Medaille. Dr. Benjamin Grimm, Landtagsabgeordneter und Minister für Justiz und Digitalisierung des Landes Brandenburg, würdigte sie als „Wurzelkünstlerin“. Geprägt durch ihre eigene Fluchterfahrung aus der DDR im Jahr 1989, schuf sie 2015 Räume für Begegnung statt Ausgrenzung. Ihre Philosophie der „Hilfe auf Augenhöhe“ und ihre integrativen Theaterprojekte verwandelten Fremde in Nachbarn und ließen im Mühlenbecker Land einen starken „Mischwald“ der Vielfalt wachsen.
Starke Schultern in der Selbsthilfe
Abschließend wurde die DMSG-Selbsthilfegruppe Schildow ausgezeichnet. Stellvertretend nahmen Thomas Scherlipp und Wolfgang Kühn die Medaille entgegen. In seiner Laudatio hob der Vorsitzende der Gemeindevertretung Mario Müllerdie Gruppe als unverzichtbaren Ankerpunkt für Menschen mit Multipler Sklerose hervor. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ bietet die Gemeinschaft nicht nur Schutz vor Isolation, sondern beweist durch barrierefreie Ausflüge und gelebte Lebensfreude, dass individuelle Betroffenheit in kollektive Stärke verwandelt werden kann.